Aphrodisiaka – Was ist das?

AphrodisiakumAphrodisiaka sind Stoffe, deren Wirkung in der Steigerung der Libido, also des sexuellen Verlangens und des Lustempfindens besteht. Dabei werden nur solche Substanzen mit diesem Begriff bezeichnet, deren hauptsächliche Wirkung aus dem sexuellen Effekt besteht. Der Name Aphrodisiakum leitet sich vom Namen der griechischen Göttin der Liebe her, die den Namen Aphrodite trägt. Im Altertum wurden zahlreichen Kräutern die Wirkung eines Aphrodisiakums zugeschrieben. Zu diesen gehören der Sauerampfer und die Alraune, die wie die anderen dieser Stoffe würzigen Geschmack oder einen stärkeren Geruch aufweisen. Im Buddhismus gelten Gewürze wie Knoblauch und roter Pfeffer als Aphrodisiakum, weswegen die Küche in Tempeln buddhistischer Mönche keine solchen Stoffe verwendet und sehr mild gewürzt wird.

Wie grenzt man Aphrodisiaka von ähnlichen Stoffen ab?

Steigerung des Verlangens und der Lustempfindung ist nicht dasselbe wie die Behandlung von sexuellen Störungen. Insbesondere ist ein Aphrodisiakum nicht einfach ein Stoff mit potenzsteigernder Wirkung für Männer. Das dafür wohl bekannteste traditionelle Mittel ist unter dem Namen spanische Fliege erhältlich. Es enthält zermahlene Käfer desselben Namens, die den Wirkstoff Cantharidin enthalten. Dieser kann eine Erektion, aber auch eine gefährliche und schmerzhafte Dauererektion auslösen, die als Notfall medizinisch behandelt werden muss. Eine hohe Dosis dieses Wirkstoffs kann sogar tödlich sein. In den im Handel erhältlichen Präparaten dieses Namens ist Cantharidin allerdings nur in homöopathischen Dosen enthalten. Sowohl die Gefahr als auch die Wirkung halten sich deshalb notwendigerweise in Grenzen. Das bekannteste Produkt der modernen Pharmazie mit potenzsteigernder Wirkung ist wohl Viagra, was also auch kein Aphrodisiakum im eigentlichen Sinn ist. In einem Grenzbereich befinden sich Stoffe mit Geruch, Geschmack, Aussehen oder Beschaffenheit, die als sexuell stimulierend wahrgenommen werden können. Beispiele für solche Stoffe sind kandierte Früchte, Schokolade oder Spargel. Die Wirkung kann eintreten, ist aber nicht pharmakologisch, sondern eine Kombination von psychischem Effekt und der Benutzung in einer für den jeweiligen Partner wirksamen Verführung.

Tatsächlich wirksame Aphrodisiaka

Gibt es also so etwas wie wirksame Aphrodisiaka? Es gibt sie, allerdings kann man sich aus verschiedenen Gründen von ihnen keine Patentlösung für sexuelle Probleme erwarten.

Vom Geschlechtshormon Testosteron wird im menschlichen Körper mit zunehmendem Alter immer weniger erzeugt. In höherem Alter kann daher die Verabreichung von Testosteron die Libido steigern, bei Männern wird dieser Effekt auch schon von chemischen Vorstufen des Hormons ausgelöst. Auch ähnliche Stoffe wie anabole Steroide zeitigen die gleiche Wirkung. Bei längerer Einnahme des künstlichen Testosterons produziert der Körper allerdings immer weniger natürliches Hormon, was seinerseits die Libido senkt.

Ein weiteres Beispiel für ein wirksames Aphrodisiakum ist Tibolon. Das steroide Hormon steigert die Lust bei Frauen nach dem Eintritt in die Wechseljahre. Für das Hormon Oxytocin ist eine luststeigernde Wirkung sowohl für Männer als auch für Frauen nachgewiesen worden. Zu den Aphrodisiaka gehört des Weiteren das Bräunungsmittel Melanotan II. Als die wirksamsten Mittel zur Libidosteigerung gelten derzeit Hormone, die die Produktion von Melanin in den Pigmentzellen der Haut anregen. Die nachgewiesene Wirkung bedeutet allerdings nicht, dass bereits ein verwendbares Produkt zur Verfügung steht. Entsprechende Stoffe befinden sich in klinischen Tests, von denen einige bereits als zu wenig erfolgversprechend wieder eingestellt wurden.